Das Universum scheint sich gegen Vanessa verschworen zu haben. Schwester Agnes ist keine Diebin, dafür kommt Vanessa einem Betrug auf die Spur und zu guter Letzt erfahren die Kolleginnen von ihrem bestgehüteten Geheimnis.
Dienstag, 6. Juli 2010
Backenfutter für Assistenzarzt Philipp
Mittwoch, 9. Juni 2010
Vanessa liegt voll daneben!
Die Suche nach dem Schmuck-Dieb nähert sich dem Ende. Doch auf Vanessa wartet schon die nächste Überraschung!
Vanessa brachte Agnes zu Oberschwester Linsen. In der einen Hand hielt sie das Diebesgut fest umklammert, mit der anderen zog sie Agnes am Arm hinter sich her. Oberschwester Linsen saß an ihrem Schreibtisch. Vanessa legte die Ohrringe schwungvoll auf den Tisch: "Bitte schön!", sagte sie dabei triumphierend. Regina Linsen zog skeptisch eine Augenbraue in die Höhe: "Was ist das, Vanessa?" "Die verschwundenen Ohrringe!" klärte Vanessa Oberschwester Linsen auf. Die öffnete die oberste Schreibtischschublade. "Und was ist dann das?", fragte sie und blickte verwirrt zwischen Vanessa, Agnes und der Lade hin und her: In der Schublade lag ein Paar funkelnder Kreolen. Vanessa erkannte sofort, dass dies die gesuchten Schmuckstücke waren. Der Chefarzt der Beauty-Klinik, Dirk Schraubstock, hatte vor dem Bett seiner Exfrau gestanden und war in Gedanken auf der Suche nach ihren verschwundenen Ohrringen. Es schien, als würde sich die Suche ihrem Ende nähern. Er betrachtete, immer noch lächelnd, den goldfarbenen Kettenanhänger auf Madeleine Kernackers Brust, der sich im Rhythmus ihres Atems hob und senkte. Der ovale Anhänger war etwa einen Daumen lang. Er war mit hinduistischen Motiven verziert und in der Mitte befand sich ein Sodalith, ein blauer Edelstein, der von Kalkadern durchzogen war. Er soll Freude zurückbringen und ein schweres Herz erleichtern können, sagt man ihm nach. Dirk Schraubstocks Lächeln bekam einen bitteren Zug. Madeleine hatte sich den Anhänger während ihrer Indienreise anfertigen lassen, kurz nach dem Tod ihrer gemeinsamen Töchter. Im Anhänger befand sich ein Foto der beiden Mädchen: Anni und Sophie, lachend, Arm im Arm auf einer Geburtstagsparty. Er wusste, wenn er Madeleine nicht aufhalten würde, würde sie ihn zerstören, so, wie sie alles zerstörte, seit ihrer beider Kinder Tod. "Trägst du immer noch das Foto bei dir?!" "Ja, nicht jedem fällt das Vergessen so leicht wie dir!" In seinem Magen öffnete ein reißender Wolf seinen Rachen. Er spürte das Echo eines Schmerzes, verursacht von der Narbe, die einmal ein großes Magengeschwür gewesen war. Die Arterien an seinen Händen schwollen an. Sein Lächeln erlosch wie ein Feuer, über das gerade ein Eimer Wasser gegossen wurde. "Nun, jetzt würde ich mich gerne erinnern." Er streckte die Hand nach dem Anhänger aus. Vanessa bemerkte, dass sie Agnes noch immer am Arm festhielt. Abrupt ließ sie die Kollegin los – ihre Hand fiel wie eine reife Frucht von Agnes Arm. Sie wusste, dass jetzt eine Entschuldigung angebracht war, aber sie wollte Agnes nicht ansehen, denn auch wenn sie nicht in ihre Richtung blickte, spürte sie genau, was für ein überhebliches Grinsen auf Agnes Gesicht lag! Dabei war sie doch nur den Indizien gefolgt und hatte eins und eins zusammengezählt! Doch manchmal ergibt eins und eins eben drei. Warum nur immer bei ihr! "Regina, wenn alles geklärt ist, würde ich jetzt gerne Feierabend machen", sagte Agnes in die Stille des Raumes. "Klar, Agnes! Und danke, dass du noch mal bei mir reingeschaut hast", antwortete Oberschwester Linsen. "Immer wieder gerne!", bei diesen Worten sah Agnes Vanessa an, "Ach, und meine Ohrringe", Agnes griff nach den Kreolen auf dem Tisch und verließ das Zimmer. "Vanessa, du kannst jetzt auch Feierabend machen", sagte Regina Linsen und wedelte ungeduldig mit der Hand in Richtung Tür. Im Umkleideraum traf Vanessa auf Agnes. Diese stand vor einem Spiegel und steckte die Kreolen in ihre Ohrlöcher. "Na, das ist ja ein Timing", dachte Vanessa. Laut sagte sie: "Du, Agnes, das tut mir alles furchtbar leid." "Schon gut", gab Agnes seufzend zurück. Vanessa traute ihren Ohren nicht. "Oh Agnes, du glaubst ja gar nicht, wie scheußlich ich mich fühle. Mit mir …" Agnes unterbrach Vanessas Redefluss mit einem "Ooh …", dabei sah sie auf den Boden vor ihren Füßen, "… ich habe gerade etwas Cola vergossen. Muss wohl die Nervosität sein. Könntest du mir bitte einen Lappen aus dem Vorratsraum bringen?" "Aber klar!" Vanessa war so glücklich, dass Agnes ihr eine Gelegenheit gab, ihr schlechtes Gewissen abzutragen. Und einen Lappen zu holen, ist ja fast so etwas wie ein Sonderangebot in Sachen Abbitte zu leisten, fand Vanessa. Ein Schichttausch wäre da viel unangenehmer. Der Vorratsraum lag gleich hinter Vanessa. Drinnen war es dunkel. Sie knipste das Licht an und kniete sich zu dem Stapel Lappen im Regal rechts von ihr. Durch das offene Regal hindurch erblickte sie zwei ineinander verschlungene Körper, die aussahen wie ein einziger - allerdings mit zwei Köpfen, vier Armen und vier Beinen, die sich um den Doppelkörper schlangen. Am Mund schienen die beiden Köpfe zusammengewachsen zu sein. Vanessa fiel auf ihren Po. Die beiden Köpfe kannte sie!
Vanessa brachte Agnes zu Oberschwester Linsen. In der einen Hand hielt sie das Diebesgut fest umklammert, mit der anderen zog sie Agnes am Arm hinter sich her. Oberschwester Linsen saß an ihrem Schreibtisch. Vanessa legte die Ohrringe schwungvoll auf den Tisch: "Bitte schön!", sagte sie dabei triumphierend. Regina Linsen zog skeptisch eine Augenbraue in die Höhe: "Was ist das, Vanessa?" "Die verschwundenen Ohrringe!" klärte Vanessa Oberschwester Linsen auf. Die öffnete die oberste Schreibtischschublade. "Und was ist dann das?", fragte sie und blickte verwirrt zwischen Vanessa, Agnes und der Lade hin und her: In der Schublade lag ein Paar funkelnder Kreolen. Vanessa erkannte sofort, dass dies die gesuchten Schmuckstücke waren. Der Chefarzt der Beauty-Klinik, Dirk Schraubstock, hatte vor dem Bett seiner Exfrau gestanden und war in Gedanken auf der Suche nach ihren verschwundenen Ohrringen. Es schien, als würde sich die Suche ihrem Ende nähern. Er betrachtete, immer noch lächelnd, den goldfarbenen Kettenanhänger auf Madeleine Kernackers Brust, der sich im Rhythmus ihres Atems hob und senkte. Der ovale Anhänger war etwa einen Daumen lang. Er war mit hinduistischen Motiven verziert und in der Mitte befand sich ein Sodalith, ein blauer Edelstein, der von Kalkadern durchzogen war. Er soll Freude zurückbringen und ein schweres Herz erleichtern können, sagt man ihm nach. Dirk Schraubstocks Lächeln bekam einen bitteren Zug. Madeleine hatte sich den Anhänger während ihrer Indienreise anfertigen lassen, kurz nach dem Tod ihrer gemeinsamen Töchter. Im Anhänger befand sich ein Foto der beiden Mädchen: Anni und Sophie, lachend, Arm im Arm auf einer Geburtstagsparty. Er wusste, wenn er Madeleine nicht aufhalten würde, würde sie ihn zerstören, so, wie sie alles zerstörte, seit ihrer beider Kinder Tod. "Trägst du immer noch das Foto bei dir?!" "Ja, nicht jedem fällt das Vergessen so leicht wie dir!" In seinem Magen öffnete ein reißender Wolf seinen Rachen. Er spürte das Echo eines Schmerzes, verursacht von der Narbe, die einmal ein großes Magengeschwür gewesen war. Die Arterien an seinen Händen schwollen an. Sein Lächeln erlosch wie ein Feuer, über das gerade ein Eimer Wasser gegossen wurde. "Nun, jetzt würde ich mich gerne erinnern." Er streckte die Hand nach dem Anhänger aus. Vanessa bemerkte, dass sie Agnes noch immer am Arm festhielt. Abrupt ließ sie die Kollegin los – ihre Hand fiel wie eine reife Frucht von Agnes Arm. Sie wusste, dass jetzt eine Entschuldigung angebracht war, aber sie wollte Agnes nicht ansehen, denn auch wenn sie nicht in ihre Richtung blickte, spürte sie genau, was für ein überhebliches Grinsen auf Agnes Gesicht lag! Dabei war sie doch nur den Indizien gefolgt und hatte eins und eins zusammengezählt! Doch manchmal ergibt eins und eins eben drei. Warum nur immer bei ihr! "Regina, wenn alles geklärt ist, würde ich jetzt gerne Feierabend machen", sagte Agnes in die Stille des Raumes. "Klar, Agnes! Und danke, dass du noch mal bei mir reingeschaut hast", antwortete Oberschwester Linsen. "Immer wieder gerne!", bei diesen Worten sah Agnes Vanessa an, "Ach, und meine Ohrringe", Agnes griff nach den Kreolen auf dem Tisch und verließ das Zimmer. "Vanessa, du kannst jetzt auch Feierabend machen", sagte Regina Linsen und wedelte ungeduldig mit der Hand in Richtung Tür. Im Umkleideraum traf Vanessa auf Agnes. Diese stand vor einem Spiegel und steckte die Kreolen in ihre Ohrlöcher. "Na, das ist ja ein Timing", dachte Vanessa. Laut sagte sie: "Du, Agnes, das tut mir alles furchtbar leid." "Schon gut", gab Agnes seufzend zurück. Vanessa traute ihren Ohren nicht. "Oh Agnes, du glaubst ja gar nicht, wie scheußlich ich mich fühle. Mit mir …" Agnes unterbrach Vanessas Redefluss mit einem "Ooh …", dabei sah sie auf den Boden vor ihren Füßen, "… ich habe gerade etwas Cola vergossen. Muss wohl die Nervosität sein. Könntest du mir bitte einen Lappen aus dem Vorratsraum bringen?" "Aber klar!" Vanessa war so glücklich, dass Agnes ihr eine Gelegenheit gab, ihr schlechtes Gewissen abzutragen. Und einen Lappen zu holen, ist ja fast so etwas wie ein Sonderangebot in Sachen Abbitte zu leisten, fand Vanessa. Ein Schichttausch wäre da viel unangenehmer. Der Vorratsraum lag gleich hinter Vanessa. Drinnen war es dunkel. Sie knipste das Licht an und kniete sich zu dem Stapel Lappen im Regal rechts von ihr. Durch das offene Regal hindurch erblickte sie zwei ineinander verschlungene Körper, die aussahen wie ein einziger - allerdings mit zwei Köpfen, vier Armen und vier Beinen, die sich um den Doppelkörper schlangen. Am Mund schienen die beiden Köpfe zusammengewachsen zu sein. Vanessa fiel auf ihren Po. Die beiden Köpfe kannte sie!
Donnerstag, 6. Mai 2010
Nicht immer ist der Dieb der Dieb!
Vanessa und Natalia stehen fassungslos vor Agnes Spind. Darin liegt ein Paar Kreolen. Aber ist es wirklich der verschwundene Schmuck von Madeleine Kernacker aus Zimmer 4?
Aus Vanessa Mund platzte ein "Was!?", wobei dies eher wie ein "Wow!" klang, was von Natalia und Agnes nicht unbemerkt blieb. "Oh mein Gott!", versuchte Vanessa es ein zweites Mal. Doch auch dieser Versuch misslang. Agnes und Natalia sahen sie an, als hätte sie: "Halleluja, wir haben den Dieb!" gesagt. Vanessa entschied sich, erstmal den Mund zu halten. Sie legte demonstrativ ihre linke Hand auf die Lippen. "Was habt ihr denn auf einmal? Habt ihr noch nie ein paar stinkende Socken und einen Pin-up-Kalender für Frauen gesehen?", schnaubte Agnes die beiden Frauen vor ihr an. Natalia drehte sich zu Agnes und stemmte ihre Hände in die Hüften. Sie sah aus wie eine Schulleiterin, die ein sehr unartiges Kind zurechtweisen wollte: "Agnes, das ist nicht komisch! Du kannst eigentlich gleich deine Sachen packen und gehen..." Agnes verschränket ihre Arme vor der Brust: "Sag mal, spinnst du? Ich geh doch nicht wegen eines schmuddeligen Spinds! Sieh dir mal den von Vanessa an, dann möchtest du dich am liebsten gleich übergeben!" Vanessa hatte das Gefühl, eine Biene hätte sie mitten zwischen dem dritten und vierten Brustwirbel gestochen. Sie dachte schon, sie bekommt keine Luft mehr und müsste intubiert werden. "Jetzt ist aber Schluss, du gemeine Diebin", dachte sie. Sie sah Agnes direkt in die Augen und sagte "Du klaust Ohrringe von hilflosen Patientinnen und bunkerst sie in deinem Spind!" "Sagt mal, spinnt ihr jetzt beide? Wenn ich Ärztin wäre, würde ich euch einweisen lassen und den Schlüssel einschmelzen", antwortete Agnes immer aufgebrachter. Vanessa zeigte siegessicher auf die Ohrringe in Agnes Spind: "Und was ist das?" Da Agnes von ihrer Position aus nicht sehen konnte, was Vanessa meinte, bewegte sie sich skeptisch auf sie zu. Auch Agnes konnte jetzt die kleinen funkelnden Gegenstände sehen, schien aber völlig ungerührt. Zu Vanessas Empörung zeichnete sich sogar ein freches Grinsen auf Agnes Gesicht ab. "Das ist ja typisch! Kein Fünkchen Unrechtsbewusstsein in dieser Person!", dachte Vanessa. Vanessa für ihren Teil wusste, was jetzt zu tun war: Diebesgut sichern und Diebin festnehmen! In Zimmer 4 bekam unterdessen Madeleine Kernacker Besuch vom Chefarzt der Beauty-Klinik höchstpersönlich. "Madeleine, wir haben uns lange nicht gesehen." Dirk Schraubstock lächelte und begrüßte die Patientin im Bett mit einem Wangenkuss. "Eine Ewigkeit, Dirk", antwortete sie fünf Grad kühler und hielt ihm ihre Wange hin. Dirk Schraubstock sah auf den - auch für seine Begriffe riesigen - Blumenstrauß aus Equadorrosen und Calla. Er hatte Marlene vor einiger Zeit einen ganz ähnlichen geschenkt. Damals glaubte er, ihre Ehe wäre noch zu retten und dass sie gemeinsam auch ihre Operationssucht in den Griff bekämen. Waren es nicht sogar dieselben Blumen?, ging es ihm kurz durch den Kopf. Er besann sich schnell wieder auf den Grund, der ihn herführte. "In deinem Zimmer ist Schmuck verschwunden?" Er bemühte sich bei diesen Worten um einen mitfühlenden Ton."Ja - in meinem Zimmer - und in deinem Krankenhaus! Ich habe schon jemanden von der Tageszeitung angerufen. Er kommt nachher vorbei." Madeleine Kernacker genoss diese Worte. Dirk Schreibstock tat so, als hörte er die Drohung nicht, die in Madeleines Worten lag. Schlechte Presse konnte für seine Klinik das Aus bedeuten. Das wusste er und das wusste auch seine Exfrau. Statt dessen setzte er sein Verhör fort: "Kannst du mir bitte noch mal schildern, was passiert ist?" "Das habe ich doch schon deinen Schwestern erzählt! Ich habe meine Ohrringe hier auf den Nachttisch gelegt und jetzt sind sie weg!" "War noch jemand hier im Zimmer außer das Krankenhauspersonal?" "Nein!" "Wer hat dir denn diesen riesigen Blumenstrauß geschenkt?" "Er ist von Maxime!" "Maxime Anando, der Anwalt? Steht er nicht kurz vor der Insolvenz?", fragte Dirk Schraubstock scheinbar belanglos. "Wenn du denkst, mein Verlobter klaut meine Ohrringe, dann bist du völlig übergeschnappt! Und hier im Zimmer sind sie auch nicht. Deine weißen Engel haben hier alles auf den Kopf gestellt", keifte adeleine, die langsam die Fassung verlor. Das wusste er selber, schließlich hatte er sein Team angewiesen, keinen Stein auf dem anderen zu lassen und alles genau abzusuchen. Und dass dieser Maxime etwas damit zu tun hatte, glaubte er eigentlich auch nicht. Einem Anwalt traute er eher Betrug und Urkundenfälschung zu, keinen gemeinen Diebstahl. Trotzdem er traute auch seiner Exfrau nicht über den Weg und hatte immer mehr das Gefühl, Teil einer Inszenierung zu sein. "Aber wo könnte diese gerissene …?", Dirk Schraubstock sah zu seiner Exfrau hinab und lächelte. Er hatte eine Idee!
Aus Vanessa Mund platzte ein "Was!?", wobei dies eher wie ein "Wow!" klang, was von Natalia und Agnes nicht unbemerkt blieb. "Oh mein Gott!", versuchte Vanessa es ein zweites Mal. Doch auch dieser Versuch misslang. Agnes und Natalia sahen sie an, als hätte sie: "Halleluja, wir haben den Dieb!" gesagt. Vanessa entschied sich, erstmal den Mund zu halten. Sie legte demonstrativ ihre linke Hand auf die Lippen. "Was habt ihr denn auf einmal? Habt ihr noch nie ein paar stinkende Socken und einen Pin-up-Kalender für Frauen gesehen?", schnaubte Agnes die beiden Frauen vor ihr an. Natalia drehte sich zu Agnes und stemmte ihre Hände in die Hüften. Sie sah aus wie eine Schulleiterin, die ein sehr unartiges Kind zurechtweisen wollte: "Agnes, das ist nicht komisch! Du kannst eigentlich gleich deine Sachen packen und gehen..." Agnes verschränket ihre Arme vor der Brust: "Sag mal, spinnst du? Ich geh doch nicht wegen eines schmuddeligen Spinds! Sieh dir mal den von Vanessa an, dann möchtest du dich am liebsten gleich übergeben!" Vanessa hatte das Gefühl, eine Biene hätte sie mitten zwischen dem dritten und vierten Brustwirbel gestochen. Sie dachte schon, sie bekommt keine Luft mehr und müsste intubiert werden. "Jetzt ist aber Schluss, du gemeine Diebin", dachte sie. Sie sah Agnes direkt in die Augen und sagte "Du klaust Ohrringe von hilflosen Patientinnen und bunkerst sie in deinem Spind!" "Sagt mal, spinnt ihr jetzt beide? Wenn ich Ärztin wäre, würde ich euch einweisen lassen und den Schlüssel einschmelzen", antwortete Agnes immer aufgebrachter. Vanessa zeigte siegessicher auf die Ohrringe in Agnes Spind: "Und was ist das?" Da Agnes von ihrer Position aus nicht sehen konnte, was Vanessa meinte, bewegte sie sich skeptisch auf sie zu. Auch Agnes konnte jetzt die kleinen funkelnden Gegenstände sehen, schien aber völlig ungerührt. Zu Vanessas Empörung zeichnete sich sogar ein freches Grinsen auf Agnes Gesicht ab. "Das ist ja typisch! Kein Fünkchen Unrechtsbewusstsein in dieser Person!", dachte Vanessa. Vanessa für ihren Teil wusste, was jetzt zu tun war: Diebesgut sichern und Diebin festnehmen! In Zimmer 4 bekam unterdessen Madeleine Kernacker Besuch vom Chefarzt der Beauty-Klinik höchstpersönlich. "Madeleine, wir haben uns lange nicht gesehen." Dirk Schraubstock lächelte und begrüßte die Patientin im Bett mit einem Wangenkuss. "Eine Ewigkeit, Dirk", antwortete sie fünf Grad kühler und hielt ihm ihre Wange hin. Dirk Schraubstock sah auf den - auch für seine Begriffe riesigen - Blumenstrauß aus Equadorrosen und Calla. Er hatte Marlene vor einiger Zeit einen ganz ähnlichen geschenkt. Damals glaubte er, ihre Ehe wäre noch zu retten und dass sie gemeinsam auch ihre Operationssucht in den Griff bekämen. Waren es nicht sogar dieselben Blumen?, ging es ihm kurz durch den Kopf. Er besann sich schnell wieder auf den Grund, der ihn herführte. "In deinem Zimmer ist Schmuck verschwunden?" Er bemühte sich bei diesen Worten um einen mitfühlenden Ton."Ja - in meinem Zimmer - und in deinem Krankenhaus! Ich habe schon jemanden von der Tageszeitung angerufen. Er kommt nachher vorbei." Madeleine Kernacker genoss diese Worte. Dirk Schreibstock tat so, als hörte er die Drohung nicht, die in Madeleines Worten lag. Schlechte Presse konnte für seine Klinik das Aus bedeuten. Das wusste er und das wusste auch seine Exfrau. Statt dessen setzte er sein Verhör fort: "Kannst du mir bitte noch mal schildern, was passiert ist?" "Das habe ich doch schon deinen Schwestern erzählt! Ich habe meine Ohrringe hier auf den Nachttisch gelegt und jetzt sind sie weg!" "War noch jemand hier im Zimmer außer das Krankenhauspersonal?" "Nein!" "Wer hat dir denn diesen riesigen Blumenstrauß geschenkt?" "Er ist von Maxime!" "Maxime Anando, der Anwalt? Steht er nicht kurz vor der Insolvenz?", fragte Dirk Schraubstock scheinbar belanglos. "Wenn du denkst, mein Verlobter klaut meine Ohrringe, dann bist du völlig übergeschnappt! Und hier im Zimmer sind sie auch nicht. Deine weißen Engel haben hier alles auf den Kopf gestellt", keifte adeleine, die langsam die Fassung verlor. Das wusste er selber, schließlich hatte er sein Team angewiesen, keinen Stein auf dem anderen zu lassen und alles genau abzusuchen. Und dass dieser Maxime etwas damit zu tun hatte, glaubte er eigentlich auch nicht. Einem Anwalt traute er eher Betrug und Urkundenfälschung zu, keinen gemeinen Diebstahl. Trotzdem er traute auch seiner Exfrau nicht über den Weg und hatte immer mehr das Gefühl, Teil einer Inszenierung zu sein. "Aber wo könnte diese gerissene …?", Dirk Schraubstock sah zu seiner Exfrau hinab und lächelte. Er hatte eine Idee!
Donnerstag, 8. April 2010
Agnes unter Verdacht!
In Zimmer 4 ist Schmuck verschwunden. Oberschwester Michaela Linsen schickt Vanessa auf die Suche nach Agnes, da sie zu letzt in der 4 war. Hat Agnes etwas mit dem verschwundenen Schmuck zu tun?'
'Vanessa fielen sofort die auffälligen, mit Edelsteinen besetzten Kreolen ein, die Madeleine Kernacker bei ihrer ersten Begegnung trug. Sie schienen fiel zu schwer für ihre Ohrläppchen zu sein, sie machten aus den Ohrlöchern zentimeterlange Schlitze. Aber warum sollte gerade Agnes ...? Andererseits wusste jeder, dass Agnes unter chronischer Geldknappheit litt. Doch das war, so fand Vanessa, nicht genug, um Agnes zu verdächtigen. "Ja und was hat das mit uns zu tun, wenn die alte Dame nicht weiß, wo sie ihren Schmuck liegen lässt?", rief Vanessa der davoneilenden Oberschwester nach. "Nun, wir sollten sehen, dass wir den Schmuck so schnell wie möglich wiederfinden, sonst erstattet Frau Kernacker wahrscheinlich Anzeige und wir haben die Polizei im Haus!", rief diese, ohne sich umzudrehen. Dann stoppte sie abrupt und drehte sich noch einmal um: "Vanessa bringen Sie mir Agnes!" "Na super", dachte Vanessa, eigentlich wollte sie gerade Feierabend machen. Vanessa fand Agnes in bester Laune mit Natalia lästernd vor ihren Spinden stehend. "Und du kannst dir gar nicht vorstellen, wie viel Klunker die Alte hat", sagte Agnes gerade, als Vanessa dazutrat. "Hi Agnes, apropos Klunker, die Linsen will dich noch mal sprechen. In der 4 ist Schmuck verschwunden! Vielleicht kannst du ja zur Aufklärung beitragen", unterbrach Vanessa die beiden einfach. "Was!?" sagte Natalia eine Oktave höher als gewöhnlich und mit leuchtenden Augen, wie Vanessa überrascht feststellte. Agnes dagegen war still, zu still für die üblicherweise ohne Unterlass schnatternde Agnes, die Vanessa kannte, und ihre Wangen wurden von einer hektischen Röte überzogen. Vanessa war noch überraschter. Das hatte sie nicht erwartet. Sie sah Furcht in Agnes’ Augen. Hatte die Schwester doch etwas mit dem Schmuckdiebstahl zu tun? Auch Natalia bemerkte Agnes Reaktion. Sie legte eine Hand auf Agnes Schulter: "Agnes, niemand verdächtigt dich. Es geht wahrscheinlich nur um eine Befragung." Natalia schaffte es tatsächlich, jegliche freudige Erregung in ihrer Stimme zum Verstummen zu bringen. "Hut ab", dachte Vanessa, "das muss wohl an der verschlossenen russischen Seele liegen, die nur guter Wodka öffnen kann." "Ihr habt ja keine Ahnung! Nur weil ich aus Polen komme, denkt jeder, ich wäre es gewesen!", sagte Agnes. "Das ist doch Quatsch", antwortete Vanessa (Im Stillen dachte sie weiter " …, weil ihr unsere Autos klaut") "Der Grund, warum Sie mit dir sprechen will, ist, weil du zuletzt in Zimmer 4 warst!" "Und, weil ich wegen Diebstahls vorbestraft bin", sagte Agnes. Vanessa hätte sich in diesem Moment gerne weggebeamt. Schmuck war verschwunden und sie hatte eine ehemalige Diebin gefunden. Eigentlich hätte die Sache damit erledigt sein können. Aber nein, die mögliche aktuelle Diebin war ihre Kollegin und damit unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils oder … bis zum Rauschmiss? Was sie moralisch genau von sich erwartet, das müsste Vanessa noch für sich klären. Jetzt war es erstmal angebracht, etwas Tröstliches zu Agnes zu sagen. Aber was nur? Vanessas Gehirnzellen waren vielmehr damit beschäftigt, Agnes zu mustern und nach Schuldbeweisen zu suchen. Hatte sie denn kein Fünkchen Mitgefühl in ihren Zellen? Gerade jetzt erinnerte sie sich an einen Vorfall aus der dritten Klasse. Ihre damalige beste Freundin Iwona hatte zu Hause die tollsten Radiergummi und bunten Glitzerstifte. Komisch war nur, dass immer jemand aus der Klasse über das Verschwinden eines solchen Gegenstandes jammerte. Gott sei Dank brach Natalia das betretene Schweigen: "Agnes hast du den Schmuck genommen?" Vanessas rührte sich nicht und gab auch keinen Mucks von sich. "Nein, hab’ ich nicht! Aber was nützt das, wenn jeder denkt, ich war’s!", rief Agnes aufgebracht. "Agnes, dann gib’ mir jetzt den Schlüssel von deinem Spind!", forderte Natalia. "Was, ich dachte du bist meine Freundin?!", antwortete Agnes entrüstet. "Genau das bin ich! Damit zeigst du doch, dass du nichts zu verbergen hast", konterte Natalia. "Schlauer Schachzug von ihr", fand Vanessa. Vanessa kam eine andere Idee. "Wir können den Spind ja mal öffnen …" Fast hätte sie noch gesagt: "und sehen was drin in!" Sie konnte den Satz aber noch ändern in "und sehen, dass an den Vorwürfen nichts dran ist!" "Sollten wir nicht auf die Polizei warten?" fragte Natalia. Agnes hektische Röte wandelte sich in kalkweiße Blässe. "Nein, das will die Linsen ja gerade vermeiden.", sagte Vanessa. Natalia legte ihre Stirn in Falten und rieb mit der rechten Hand ihr Kinn. "Gut, wir haben zwei Zeugen und die Verdächtige. Ich denke, wir könnten ihn öffnen. Agnes, bist du einverstanden?" Agnes antwortete nicht, reichte aber Natalia den Spindschlüssel. Natalia nahm den Schlüssel und öffnete den Spind. Vanessa versuchte über Natalias Schulter zu sehen, konnte aber nichts erkennen, weil der Innenraum des Spinds im Schatten von Natalia lag. "Natalia, wenn ich auch ein Zeuge sein soll, dann musst du mich auch etwas sehen lassen!" - Natalia trat zur Seite. Vanessa holte tief Luft: Im Spind lag ein Paar glitzernder Kreolen.
'Vanessa fielen sofort die auffälligen, mit Edelsteinen besetzten Kreolen ein, die Madeleine Kernacker bei ihrer ersten Begegnung trug. Sie schienen fiel zu schwer für ihre Ohrläppchen zu sein, sie machten aus den Ohrlöchern zentimeterlange Schlitze. Aber warum sollte gerade Agnes ...? Andererseits wusste jeder, dass Agnes unter chronischer Geldknappheit litt. Doch das war, so fand Vanessa, nicht genug, um Agnes zu verdächtigen. "Ja und was hat das mit uns zu tun, wenn die alte Dame nicht weiß, wo sie ihren Schmuck liegen lässt?", rief Vanessa der davoneilenden Oberschwester nach. "Nun, wir sollten sehen, dass wir den Schmuck so schnell wie möglich wiederfinden, sonst erstattet Frau Kernacker wahrscheinlich Anzeige und wir haben die Polizei im Haus!", rief diese, ohne sich umzudrehen. Dann stoppte sie abrupt und drehte sich noch einmal um: "Vanessa bringen Sie mir Agnes!" "Na super", dachte Vanessa, eigentlich wollte sie gerade Feierabend machen. Vanessa fand Agnes in bester Laune mit Natalia lästernd vor ihren Spinden stehend. "Und du kannst dir gar nicht vorstellen, wie viel Klunker die Alte hat", sagte Agnes gerade, als Vanessa dazutrat. "Hi Agnes, apropos Klunker, die Linsen will dich noch mal sprechen. In der 4 ist Schmuck verschwunden! Vielleicht kannst du ja zur Aufklärung beitragen", unterbrach Vanessa die beiden einfach. "Was!?" sagte Natalia eine Oktave höher als gewöhnlich und mit leuchtenden Augen, wie Vanessa überrascht feststellte. Agnes dagegen war still, zu still für die üblicherweise ohne Unterlass schnatternde Agnes, die Vanessa kannte, und ihre Wangen wurden von einer hektischen Röte überzogen. Vanessa war noch überraschter. Das hatte sie nicht erwartet. Sie sah Furcht in Agnes’ Augen. Hatte die Schwester doch etwas mit dem Schmuckdiebstahl zu tun? Auch Natalia bemerkte Agnes Reaktion. Sie legte eine Hand auf Agnes Schulter: "Agnes, niemand verdächtigt dich. Es geht wahrscheinlich nur um eine Befragung." Natalia schaffte es tatsächlich, jegliche freudige Erregung in ihrer Stimme zum Verstummen zu bringen. "Hut ab", dachte Vanessa, "das muss wohl an der verschlossenen russischen Seele liegen, die nur guter Wodka öffnen kann." "Ihr habt ja keine Ahnung! Nur weil ich aus Polen komme, denkt jeder, ich wäre es gewesen!", sagte Agnes. "Das ist doch Quatsch", antwortete Vanessa (Im Stillen dachte sie weiter " …, weil ihr unsere Autos klaut") "Der Grund, warum Sie mit dir sprechen will, ist, weil du zuletzt in Zimmer 4 warst!" "Und, weil ich wegen Diebstahls vorbestraft bin", sagte Agnes. Vanessa hätte sich in diesem Moment gerne weggebeamt. Schmuck war verschwunden und sie hatte eine ehemalige Diebin gefunden. Eigentlich hätte die Sache damit erledigt sein können. Aber nein, die mögliche aktuelle Diebin war ihre Kollegin und damit unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils oder … bis zum Rauschmiss? Was sie moralisch genau von sich erwartet, das müsste Vanessa noch für sich klären. Jetzt war es erstmal angebracht, etwas Tröstliches zu Agnes zu sagen. Aber was nur? Vanessas Gehirnzellen waren vielmehr damit beschäftigt, Agnes zu mustern und nach Schuldbeweisen zu suchen. Hatte sie denn kein Fünkchen Mitgefühl in ihren Zellen? Gerade jetzt erinnerte sie sich an einen Vorfall aus der dritten Klasse. Ihre damalige beste Freundin Iwona hatte zu Hause die tollsten Radiergummi und bunten Glitzerstifte. Komisch war nur, dass immer jemand aus der Klasse über das Verschwinden eines solchen Gegenstandes jammerte. Gott sei Dank brach Natalia das betretene Schweigen: "Agnes hast du den Schmuck genommen?" Vanessas rührte sich nicht und gab auch keinen Mucks von sich. "Nein, hab’ ich nicht! Aber was nützt das, wenn jeder denkt, ich war’s!", rief Agnes aufgebracht. "Agnes, dann gib’ mir jetzt den Schlüssel von deinem Spind!", forderte Natalia. "Was, ich dachte du bist meine Freundin?!", antwortete Agnes entrüstet. "Genau das bin ich! Damit zeigst du doch, dass du nichts zu verbergen hast", konterte Natalia. "Schlauer Schachzug von ihr", fand Vanessa. Vanessa kam eine andere Idee. "Wir können den Spind ja mal öffnen …" Fast hätte sie noch gesagt: "und sehen was drin in!" Sie konnte den Satz aber noch ändern in "und sehen, dass an den Vorwürfen nichts dran ist!" "Sollten wir nicht auf die Polizei warten?" fragte Natalia. Agnes hektische Röte wandelte sich in kalkweiße Blässe. "Nein, das will die Linsen ja gerade vermeiden.", sagte Vanessa. Natalia legte ihre Stirn in Falten und rieb mit der rechten Hand ihr Kinn. "Gut, wir haben zwei Zeugen und die Verdächtige. Ich denke, wir könnten ihn öffnen. Agnes, bist du einverstanden?" Agnes antwortete nicht, reichte aber Natalia den Spindschlüssel. Natalia nahm den Schlüssel und öffnete den Spind. Vanessa versuchte über Natalias Schulter zu sehen, konnte aber nichts erkennen, weil der Innenraum des Spinds im Schatten von Natalia lag. "Natalia, wenn ich auch ein Zeuge sein soll, dann musst du mich auch etwas sehen lassen!" - Natalia trat zur Seite. Vanessa holte tief Luft: Im Spind lag ein Paar glitzernder Kreolen.
Dienstag, 9. März 2010
Zimmer 4 sorgt für Gesprächstoff
Gesprächsstoff Nummer Eins im Schwesternzimmer ist das Paar aus Zimmer 4. Die Schamlippenkorretur der alten Patientin ruft Verwunderung hervor. Den jungen, gut aussehenden Verlobten können sich die Schwestern gar nicht erklären. Haben die beiden etwas zu verbergen?
"Maxime Anando, freut mich, Sie kennenzulernen. Bei Ihnen ist Madeleine bestimmt gut aufgehoben", begrüßte Frau Kernackers Verlobter Vanessa und Ümmü lächelnd. "Und können Sie mir bitte eine Vase bringen?". "Ich gehe schon", sagte Ümmü – ein wenig zu eifrig für Vanessas Geschmack. Aber sie wollte nicht zu kritisch über Ümmü urteilen, denn auch sie hatte das Zucken in ihren Gliedern gespürt, diesem Mann gefällig zu sein. Wahrscheinlich hatten nur ihre müden Knochen sie vor diesem peinlichen Eifer bewahrt, schließlich hatte sie die vergangene Nacht mit Philipp, einem Assistenzarzt, verbracht und viel zu wenig geschlafen, was sie jetzt auch spürte. "Könnten Sie mich zehn Minuten mit meiner Verlobten allein lassen?", fragte Maxime Anando. Madeleine Kernacker schaute zufrieden wie eine Katze, die gerade Sahne genascht hat. "Oh, sehr gerne Herr Anando. Doch vorher müssen wir die Gaze bei Frau Kernacker wechseln. Wir wollen doch nicht, dass es bei Ihrer Verlobten zu unschönen Verwachsungen kommt!" Maxime Anando drehte sich zum Fenster. Im Augenwinkel konnte Vanessa gerade noch sehen, dass er breit grinste, was sie ein wenig verwunderte. Frau Kernacker dagegen presste ihre Lippen so eng zusammen, dass sie nur eine schmale Linie bildeten.
Frühstück zu zweit
Anita-Sophie Morgen, eine junge Ärztin, betrat das Zimmer: "Frau Kernacker, Herr Anando - schön, Sie so glücklich beisammen zu sehen!" Vanessa zog skeptisch eine Augenbraue hoch. Sie wusste gar nicht, dass die Morgen so freundlich sein konnte. Vanessa wurde von ihr immer so behandelt, als würde sie der untersten Kaste im Krankenhaus angehören. "Ich hoffe, Ihnen fehlt es an nichts", sagte Anita-Sophie Morgen. "Vielleicht ein wenig Privatsphäre.", konterte Madeleine Kernacker schnippisch. "Madeleine, Liebling, die Schwestern tun doch nur ihre Pflicht", sagte der Verlobte. "Ja, das mag ja sein, aber ich möchte jetzt in Ruhe mit dir frühstücken." "Den Wunsch kann ich Ihnen doch ganz leicht erfüllen" säuselte Anita-Sophie Morgen und wandte sich zu Vanessa: "Nun gehen sie schon und bringen Sie ein zweites Gedeck für Herrn Anando!", forderte sie Vanessa auf - ihr Ton war überhaupt nicht mehr freundlich. Na warte, liebe Anita-Sophie - dir werd’ ich’s noch zeigen!, rief ihre innere Stimme der Ärztin zu, bevor Vanessa das Zimmer verließ.
Und im Schwesternzimmer wurde getuschelt
Im Schwesternzimmer diskutierte man indessen heftig über das ungewöhnliche Paar aus Zimmer 4, das angeblich so gemütlich frühstückte: "Ich glaub’ nicht, dass er die Verlobte von die Frau ist", sagte Ümmü. Dann fügte sie schwärmend hinzu: "Er sieht so gut aus! Wie soll er nur so eine alte Karton lieben?" "Ümmu, das heißt ‚eine alte Schachtel’ und mit Liebe hat eine Verlobung nicht unbedingt was zu tun. Wahrscheinlich ist sie sehr reich", wandte Rebecca ein, als Vanessa die Klinke herunterdrückte. Noch kochend vor Wut auf die arrogante junge Ärztin stampfte sie ins Schwesternzimmer: "Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie dumm mich die Morgen gerade angefahren hat!", empörte sich Vanessa lauthals - hinter ihr krachte die Tür ins Schloss. "Schätzchen, sie kann dich eben nicht leiden.", sagte Agnes Sobieski, eine von Vanessas Lieblingskolleginnen, beschwichtigend. Sie arbeitete seit einem Jahr in der Klinik und man kam gut mit ihr aus - solange man Agnes kein Geld lieh oder, wenn man es ihr lieh, sich damit abfand, es nicht wiederzubekommen. "Das darfst du nicht allzu persönlich nehmen", fügte Agnes noch hinzu und stupste Vanessa in die Seite. "Agnes, kannst du bitte für mich heute die 4 übernehmen und die Gaze wechseln?", bettelte Vanessa. "Aber klar doch Schwester, bin schon ganz gespannt, den Verlobten kennenzulernen" und zu Ümmü gewandt sagte Agnes schmunzelnd "und die alte Karton!" Wenn das ihr Verlobter ist, können Kühe fliegen, flüsterte unterdessen ein kleines Teufelchen auf Vanessas rechter Schulter.
Frau Kernacker hat Geheimnisse
In Zimmer 4 sah Maxime aus dem Fenster und zündete sich eine Zigarette an. "Bist du mit deiner Vorführung zufrieden?", fragte er – Madeleine immer noch den Rücken zugewandt. Diese strich mit ihrer rechten Hand mechanisch die Bettdecke glatt. "Maxime, ich bezahle dich. Sollte ich mit deiner Leistung nicht zufrieden sein, werde ich reklamieren oder mindern, so nennt ihr Juristen das doch, oder? Und jetzt mach’ die Zigarette aus! Du bist in einem Krankenzimmer. Hast du Hunger?" Madeleine deutete auf das Tablett mit dem Frühstück. "Willst du mir nicht endlich verraten, was das alles soll?", fragte Maxime gereizt, während er sich zu Madeleine drehte. "Liebling, das muss dich nicht interessieren, das ist alleine meine Sache", versicherte Madeleine Kernacker ihm. Kurz vor Feierabend traf Vanessa Oberschwerster Regina Linsen: "Vanessa, Sie haben doch den Verband in der 4 gewechselt?" Vanessa antwortete ihrer Vorgesetzten verwundert: "Nein, ich habe mit Agnes getauscht. Wieso?" Oberschwester Linsen sagte nur barsch "In der 4 ist Schmuck verschwunden!", dann eilte sie dienstbeflissen davon. Fortsetzung folgt.
"Maxime Anando, freut mich, Sie kennenzulernen. Bei Ihnen ist Madeleine bestimmt gut aufgehoben", begrüßte Frau Kernackers Verlobter Vanessa und Ümmü lächelnd. "Und können Sie mir bitte eine Vase bringen?". "Ich gehe schon", sagte Ümmü – ein wenig zu eifrig für Vanessas Geschmack. Aber sie wollte nicht zu kritisch über Ümmü urteilen, denn auch sie hatte das Zucken in ihren Gliedern gespürt, diesem Mann gefällig zu sein. Wahrscheinlich hatten nur ihre müden Knochen sie vor diesem peinlichen Eifer bewahrt, schließlich hatte sie die vergangene Nacht mit Philipp, einem Assistenzarzt, verbracht und viel zu wenig geschlafen, was sie jetzt auch spürte. "Könnten Sie mich zehn Minuten mit meiner Verlobten allein lassen?", fragte Maxime Anando. Madeleine Kernacker schaute zufrieden wie eine Katze, die gerade Sahne genascht hat. "Oh, sehr gerne Herr Anando. Doch vorher müssen wir die Gaze bei Frau Kernacker wechseln. Wir wollen doch nicht, dass es bei Ihrer Verlobten zu unschönen Verwachsungen kommt!" Maxime Anando drehte sich zum Fenster. Im Augenwinkel konnte Vanessa gerade noch sehen, dass er breit grinste, was sie ein wenig verwunderte. Frau Kernacker dagegen presste ihre Lippen so eng zusammen, dass sie nur eine schmale Linie bildeten.
Frühstück zu zweit
Anita-Sophie Morgen, eine junge Ärztin, betrat das Zimmer: "Frau Kernacker, Herr Anando - schön, Sie so glücklich beisammen zu sehen!" Vanessa zog skeptisch eine Augenbraue hoch. Sie wusste gar nicht, dass die Morgen so freundlich sein konnte. Vanessa wurde von ihr immer so behandelt, als würde sie der untersten Kaste im Krankenhaus angehören. "Ich hoffe, Ihnen fehlt es an nichts", sagte Anita-Sophie Morgen. "Vielleicht ein wenig Privatsphäre.", konterte Madeleine Kernacker schnippisch. "Madeleine, Liebling, die Schwestern tun doch nur ihre Pflicht", sagte der Verlobte. "Ja, das mag ja sein, aber ich möchte jetzt in Ruhe mit dir frühstücken." "Den Wunsch kann ich Ihnen doch ganz leicht erfüllen" säuselte Anita-Sophie Morgen und wandte sich zu Vanessa: "Nun gehen sie schon und bringen Sie ein zweites Gedeck für Herrn Anando!", forderte sie Vanessa auf - ihr Ton war überhaupt nicht mehr freundlich. Na warte, liebe Anita-Sophie - dir werd’ ich’s noch zeigen!, rief ihre innere Stimme der Ärztin zu, bevor Vanessa das Zimmer verließ.
Und im Schwesternzimmer wurde getuschelt
Im Schwesternzimmer diskutierte man indessen heftig über das ungewöhnliche Paar aus Zimmer 4, das angeblich so gemütlich frühstückte: "Ich glaub’ nicht, dass er die Verlobte von die Frau ist", sagte Ümmü. Dann fügte sie schwärmend hinzu: "Er sieht so gut aus! Wie soll er nur so eine alte Karton lieben?" "Ümmu, das heißt ‚eine alte Schachtel’ und mit Liebe hat eine Verlobung nicht unbedingt was zu tun. Wahrscheinlich ist sie sehr reich", wandte Rebecca ein, als Vanessa die Klinke herunterdrückte. Noch kochend vor Wut auf die arrogante junge Ärztin stampfte sie ins Schwesternzimmer: "Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie dumm mich die Morgen gerade angefahren hat!", empörte sich Vanessa lauthals - hinter ihr krachte die Tür ins Schloss. "Schätzchen, sie kann dich eben nicht leiden.", sagte Agnes Sobieski, eine von Vanessas Lieblingskolleginnen, beschwichtigend. Sie arbeitete seit einem Jahr in der Klinik und man kam gut mit ihr aus - solange man Agnes kein Geld lieh oder, wenn man es ihr lieh, sich damit abfand, es nicht wiederzubekommen. "Das darfst du nicht allzu persönlich nehmen", fügte Agnes noch hinzu und stupste Vanessa in die Seite. "Agnes, kannst du bitte für mich heute die 4 übernehmen und die Gaze wechseln?", bettelte Vanessa. "Aber klar doch Schwester, bin schon ganz gespannt, den Verlobten kennenzulernen" und zu Ümmü gewandt sagte Agnes schmunzelnd "und die alte Karton!" Wenn das ihr Verlobter ist, können Kühe fliegen, flüsterte unterdessen ein kleines Teufelchen auf Vanessas rechter Schulter.
Frau Kernacker hat Geheimnisse
In Zimmer 4 sah Maxime aus dem Fenster und zündete sich eine Zigarette an. "Bist du mit deiner Vorführung zufrieden?", fragte er – Madeleine immer noch den Rücken zugewandt. Diese strich mit ihrer rechten Hand mechanisch die Bettdecke glatt. "Maxime, ich bezahle dich. Sollte ich mit deiner Leistung nicht zufrieden sein, werde ich reklamieren oder mindern, so nennt ihr Juristen das doch, oder? Und jetzt mach’ die Zigarette aus! Du bist in einem Krankenzimmer. Hast du Hunger?" Madeleine deutete auf das Tablett mit dem Frühstück. "Willst du mir nicht endlich verraten, was das alles soll?", fragte Maxime gereizt, während er sich zu Madeleine drehte. "Liebling, das muss dich nicht interessieren, das ist alleine meine Sache", versicherte Madeleine Kernacker ihm. Kurz vor Feierabend traf Vanessa Oberschwerster Regina Linsen: "Vanessa, Sie haben doch den Verband in der 4 gewechselt?" Vanessa antwortete ihrer Vorgesetzten verwundert: "Nein, ich habe mit Agnes getauscht. Wieso?" Oberschwester Linsen sagte nur barsch "In der 4 ist Schmuck verschwunden!", dann eilte sie dienstbeflissen davon. Fortsetzung folgt.
Dienstag, 9. Februar 2010
Untenrum schön operiert!
Eine Patientin sorgt für Gesprächsstoff: Sie ließ ihre Schamlippen korrigieren. Was denken die Schwestern darüber und wieso hat Rebecca so schlechte Laune?
"Vanessa du bist schon wieder zu spät! Außerdem siehst du aus, als hättest du bereits eine Nachtschicht hinter dir!", sagte Rebecca, als Vanessa das Schwesternzimmer betrat. Vanessa hatte seit einigen Tagen einen Flirt mit Philipp Lorenz, einem Assistenzarzt. Und ja, sie hatte eine Mütze Schlaf nötig, aber das würde sie Rebecca jetzt bestimmt nicht auf die Nase binden. "Ich bin verliebt! Und Philipp findet, dass ich ganz fantastisch aussehe! Gibt’s heute irgendetwas Besonderes?", fragte sie die Kollegin. Rebecca wusste von Vanessas Flirt mit Philipp. In ihren Augen war Philipp ein falscher Hund, um es mit den Worten ihrer Oma es auszudrücken. Aber das würde die liebe Vanessa noch merken, dachte sie. Schließlich hatte sie selbst auch herausfinden müssen!
Empfindliche Madame?
"Nö, eigentlich nicht. In der 4 ist eine mies gelaunte Schamlippenkorrektur. Du kannst ihr gleich mal ‚Hallo’ sagen, das Frühstück bringen und die Gaze wechseln," wies sie Vanessa an. "Wieso liegt die da überhaupt, die Lipioplastik ist doch ein ambulanter Eingriff", wunderte sich Vanessa. "Ist halt ein empfindliches Persönchen, die Madame! Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn unser Philipp schuld dran ist.", antwortete Rebecca. Vanessa sah ärgerlich zu ihrer Kollegin, sagte aber nichts. Warum war die heute nur so bissig? "Na, wenn mir einer da unten herumschnippeln würde, wäre ich auch schlecht gelaunt", mischte sich Natalia ein.
Wer operiert sich eigentlich die Schamlippen?
Sie war eine sehr pflichtbewusste Krankenschwester, tat aber so, als gehörten menschliche Geschlechtsorgane ausnahmslos ins Rotlicht-Milieu – und nur dahin. "Überhaupt weiß ich nicht, warum man da unten an sich herumschnippeln lässt. Als gäbe es für das da unten einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen. Außerdem sieht man durch die ganzen Schamhaare und im Dunkeln sowieso nichts, sagte Natalia. Rebecca und Vanessa sahen sich an. Natalia trug ihre Hosen immer so, dass sich die diskutierten Körperteile gut sichtbar abzeichneten. "Das mag ja sein, Natalia, aber es gibt auch Menschen, die machen beim Sex das Licht an und andere rasieren sich sogar da unten und/oder sind gepierct. Nicht jeder trifft sich im Dunkeln unter einer schweren Decke, um für fünf Minuten wie zwei Zitteraale aufeinander zu liegen und dann schwitzig voneinander abzufallen und zum Roman auf dem Nachtisch zu greifen, in dem dieses Schauspiel mindestens über zehn Seiten geschildert wird!" erwiderte Vanessa, ohne zwischendurch Luft zu holen.
Die Jungfernhäutchen sind los!
"Nun, zehn Seiten lese ich in wenigen Minuten.", sagte Natalia und verließ das Schwesternzimmer. "Meine Freund hat sich auch die Jungfernhäutchen zunähen lassen", warf Ümmü, Lernschwerster im ersten Jahr ein, die nun auch etwas zum Thema beitragen wollte. Vanessa hätte Ümmü gerne den Mund zugehalten, denn sie wollte nicht mit ansehen, wie Rebeccas Mundwerk gleich Ümmü zerhäckselte. Doch es war zu spät. Rebecca war schon dabei: "Ümmü! -Das heißt "meine Freundin" und "das" Jungfernhäutchen. Denn dein Freund hat gar kein Jungfernhäutchen, wahrscheinlich nicht mal eine Vorhaut! Außerdem sind das zwei verschiedene Eingriffe, liebe Ümmü. Bei der Hymenrekronstuktion werden die Reste des Jungfernhäutchens, das wie ein Ring um den Eingang der Vagina liegt, mit einer Naht wieder miteinander verbunden. Das ist aber nur möglich, und jetzt liebe Ümmü solltest du die Ohren spitzen, wenn der Geschlechtsverkehr nicht zu lange her ist und nicht häufig stattgefunden hat. Nach 45 Minuten ist die Sache geschafft und dein Portemonnaie um 1000 Euro leichter. Bei der Lipioplastik hingegen schneidet der Chirurg den überflüssigen Teil der Schamlippen ab. Du siehst es handelt sich um zwei völlig verschiedene Dinge…!", beendete Rebecca ihren lehrreichen Vortrag.
Die Mutter vom Verlobten - schön wärs!
Vanessa wurde die Luft im Schwesternzimmer langsam zu dick. Auch fragte sie sich, was denn der lieben Rebecca schon so früh am Morgen über die Leber gelaufen ist. "Ich geh dann mal und serviere das Frühstück. Ümmü hilfst du mir bitte?", sagte Vanessa, um Ümmu aus dem Schussfeld zu bringen. "Kindchen, bringen Sie mir doch geschwind ein Wasser! Ich kann mir beim Vertrocknen ja zusehen…", wurde Vanessa kurz darauf begrüßt. In Zimmer 4 lag eine ältere Dame, der der Wassermangel und die vielen Sonnenstunden förmlich ins Gesicht geschrieben waren. Das Einzige, was an dieser Frau noch glänzt, ist ihr Schmuck, dachte Vanessa, der im Übrigen sehr teuer aussah, und ihre neue… Vanessa versuchte, sich wieder auf ihre Arbeit zu konzentrieren. "Ümmü, gehst du der Patientin bitte mal ein Wasser holen?", wandte sie sich an die Lernschwester. Zu der Frau im Krankenbett sagte sie mit fester Stimme: "Frau Kernacker, ich bin Schwester Vanessa. Ich wechsele jetzt bei Ihnen die Gaze." Die Tür ging auf und ein sehr gutaussehender junger Mann mit einem riesigen Blumenstrauß betrat das Zimmer. Vanessa bemerkte, dass ihr Mund genauso weit offen stand wie der von Ümmü, die obendrein noch die Wasserflasche an ihr Herz drückte. Gott sei Dank, fasste sich Vanessa schnell und beendete den Zustand weiblicher Sprachlosigkeit. "Ümmü, stell die Flasche bitte auf den Nachttisch!" Dann wandte sich Vanessa an den Mann: "Können Sie bitte draußen warten, ich muss bei Ihrer Mutter den Verband wechseln?" "Kindchen, ich bin hier die Mutter von niemandem! Darf ich Ihnen meine Verlobten vorstellen?", antwortete Frau Kernacker mit Stolz.
"Vanessa du bist schon wieder zu spät! Außerdem siehst du aus, als hättest du bereits eine Nachtschicht hinter dir!", sagte Rebecca, als Vanessa das Schwesternzimmer betrat. Vanessa hatte seit einigen Tagen einen Flirt mit Philipp Lorenz, einem Assistenzarzt. Und ja, sie hatte eine Mütze Schlaf nötig, aber das würde sie Rebecca jetzt bestimmt nicht auf die Nase binden. "Ich bin verliebt! Und Philipp findet, dass ich ganz fantastisch aussehe! Gibt’s heute irgendetwas Besonderes?", fragte sie die Kollegin. Rebecca wusste von Vanessas Flirt mit Philipp. In ihren Augen war Philipp ein falscher Hund, um es mit den Worten ihrer Oma es auszudrücken. Aber das würde die liebe Vanessa noch merken, dachte sie. Schließlich hatte sie selbst auch herausfinden müssen!
Empfindliche Madame?
"Nö, eigentlich nicht. In der 4 ist eine mies gelaunte Schamlippenkorrektur. Du kannst ihr gleich mal ‚Hallo’ sagen, das Frühstück bringen und die Gaze wechseln," wies sie Vanessa an. "Wieso liegt die da überhaupt, die Lipioplastik ist doch ein ambulanter Eingriff", wunderte sich Vanessa. "Ist halt ein empfindliches Persönchen, die Madame! Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn unser Philipp schuld dran ist.", antwortete Rebecca. Vanessa sah ärgerlich zu ihrer Kollegin, sagte aber nichts. Warum war die heute nur so bissig? "Na, wenn mir einer da unten herumschnippeln würde, wäre ich auch schlecht gelaunt", mischte sich Natalia ein.
Wer operiert sich eigentlich die Schamlippen?
Sie war eine sehr pflichtbewusste Krankenschwester, tat aber so, als gehörten menschliche Geschlechtsorgane ausnahmslos ins Rotlicht-Milieu – und nur dahin. "Überhaupt weiß ich nicht, warum man da unten an sich herumschnippeln lässt. Als gäbe es für das da unten einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen. Außerdem sieht man durch die ganzen Schamhaare und im Dunkeln sowieso nichts, sagte Natalia. Rebecca und Vanessa sahen sich an. Natalia trug ihre Hosen immer so, dass sich die diskutierten Körperteile gut sichtbar abzeichneten. "Das mag ja sein, Natalia, aber es gibt auch Menschen, die machen beim Sex das Licht an und andere rasieren sich sogar da unten und/oder sind gepierct. Nicht jeder trifft sich im Dunkeln unter einer schweren Decke, um für fünf Minuten wie zwei Zitteraale aufeinander zu liegen und dann schwitzig voneinander abzufallen und zum Roman auf dem Nachtisch zu greifen, in dem dieses Schauspiel mindestens über zehn Seiten geschildert wird!" erwiderte Vanessa, ohne zwischendurch Luft zu holen.
Die Jungfernhäutchen sind los!
"Nun, zehn Seiten lese ich in wenigen Minuten.", sagte Natalia und verließ das Schwesternzimmer. "Meine Freund hat sich auch die Jungfernhäutchen zunähen lassen", warf Ümmü, Lernschwerster im ersten Jahr ein, die nun auch etwas zum Thema beitragen wollte. Vanessa hätte Ümmü gerne den Mund zugehalten, denn sie wollte nicht mit ansehen, wie Rebeccas Mundwerk gleich Ümmü zerhäckselte. Doch es war zu spät. Rebecca war schon dabei: "Ümmü! -Das heißt "meine Freundin" und "das" Jungfernhäutchen. Denn dein Freund hat gar kein Jungfernhäutchen, wahrscheinlich nicht mal eine Vorhaut! Außerdem sind das zwei verschiedene Eingriffe, liebe Ümmü. Bei der Hymenrekronstuktion werden die Reste des Jungfernhäutchens, das wie ein Ring um den Eingang der Vagina liegt, mit einer Naht wieder miteinander verbunden. Das ist aber nur möglich, und jetzt liebe Ümmü solltest du die Ohren spitzen, wenn der Geschlechtsverkehr nicht zu lange her ist und nicht häufig stattgefunden hat. Nach 45 Minuten ist die Sache geschafft und dein Portemonnaie um 1000 Euro leichter. Bei der Lipioplastik hingegen schneidet der Chirurg den überflüssigen Teil der Schamlippen ab. Du siehst es handelt sich um zwei völlig verschiedene Dinge…!", beendete Rebecca ihren lehrreichen Vortrag.
Die Mutter vom Verlobten - schön wärs!
Vanessa wurde die Luft im Schwesternzimmer langsam zu dick. Auch fragte sie sich, was denn der lieben Rebecca schon so früh am Morgen über die Leber gelaufen ist. "Ich geh dann mal und serviere das Frühstück. Ümmü hilfst du mir bitte?", sagte Vanessa, um Ümmu aus dem Schussfeld zu bringen. "Kindchen, bringen Sie mir doch geschwind ein Wasser! Ich kann mir beim Vertrocknen ja zusehen…", wurde Vanessa kurz darauf begrüßt. In Zimmer 4 lag eine ältere Dame, der der Wassermangel und die vielen Sonnenstunden förmlich ins Gesicht geschrieben waren. Das Einzige, was an dieser Frau noch glänzt, ist ihr Schmuck, dachte Vanessa, der im Übrigen sehr teuer aussah, und ihre neue… Vanessa versuchte, sich wieder auf ihre Arbeit zu konzentrieren. "Ümmü, gehst du der Patientin bitte mal ein Wasser holen?", wandte sie sich an die Lernschwester. Zu der Frau im Krankenbett sagte sie mit fester Stimme: "Frau Kernacker, ich bin Schwester Vanessa. Ich wechsele jetzt bei Ihnen die Gaze." Die Tür ging auf und ein sehr gutaussehender junger Mann mit einem riesigen Blumenstrauß betrat das Zimmer. Vanessa bemerkte, dass ihr Mund genauso weit offen stand wie der von Ümmü, die obendrein noch die Wasserflasche an ihr Herz drückte. Gott sei Dank, fasste sich Vanessa schnell und beendete den Zustand weiblicher Sprachlosigkeit. "Ümmü, stell die Flasche bitte auf den Nachttisch!" Dann wandte sich Vanessa an den Mann: "Können Sie bitte draußen warten, ich muss bei Ihrer Mutter den Verband wechseln?" "Kindchen, ich bin hier die Mutter von niemandem! Darf ich Ihnen meine Verlobten vorstellen?", antwortete Frau Kernacker mit Stolz.
Dienstag, 19. Januar 2010
Vanessas Valentinstag
Vanessa wird vom gut aussehenden Assistenzarzt Philipp Lorenz zum Essen eingeladen. Aber: Ist der smarte Typ wirklich was für sie?
Vanessa hatte eine Einladung zum Essen bekommen. Und Sie konnte gar nicht fassen von wem: Philipp Lorenz! Der gut aussehende Typ, der ihr an ihrem ersten Arbeitstag über den Weg gelaufen ist, hatte sie doch tatsächlich gefragt, ob sie am Valentinstag schon etwas vorhätte. Und sie hatte tatsächlich schon überlegt, ob sie sich in einer zahlreichen Singlebörsen anmelden sollte. Das bleibt ihr jetzt hoffentlich bis auf weiteres erspart. Also ging sie heute trotz zwei Liposuktionen und einer Brustvergrößerung beschwingt nach Hause. Vor ihrer Wohnungstür saß ein maulender Butschi. Es war Yogakurszeit und Sybille hatte ihren Kater mal wieder draußen vergessen.
Zuerst der Kater, dann das Vergnügen
"Also los, Butschi komm rein! Aber denk ja nicht, dass du heute zweimal Abendbrot abstauben kannst und benimm dich, ich gehe heute aus." Vanessa öffnete die Haustür, Butschi lief in die Küche und sprang wie gewöhnlich auf den Tisch. Doch sein innerer Kater sagte ihm, dass das heute keine gute Platzwahl ist, schließlich wollte er diesen Februarabend nicht draußen verbringen. Also wechselte er auf die Küchenbank. Auf dem Tisch könnte er schließlich noch den ganzen Abend faulenzen, sobald Vanessa weg war. Vanessa hatte Butschis Verhalten bemerkt und hielt es für das Ergebnis ihrer Erziehung während des Urlaubes ihrer Freundin. "Ach lieber, süßer Butschi, du bist ja doch ein braver Kater!" Sie wuschelte ihm mit beiden Händen über den Kopf und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. Butschi wusste, wenn er jetzt stillhält, fängt er einen Fisch! "Hast du mehr Appetit auf Lachs in Gelee oder Thunfisch in Soße? Lachs in Gelee!", entschied Vanessa. Nach dreimal Umziehen und einem perfekten Augen-Make-up war Vanessa ausgehfertig. Sie entschied sich für eine eng sitzende Jeans und ein mint-grünes Oberteil mit verführerischem Rückenausschnitt.
Wenn Smalltalk Langtalk wird
Philipp hatte für sie beide einen Tisch in einem italienischen Restaurant reserviert, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt war - nicht nur für sein gutes Essen, sondern auch für seinen Panoramablick über die Häuser der Stadt. Er empfing sie an der Bar und drückte ihr eine rote Rose in die Hand und einen sanften Kuss auf den Mund. In Vanessas Bauch prickelte es wie nach einem Glas Asti Cinzano. Sie nahmen Platz. Der Kellner empfahl Lachs und Thunfisch. Vanessa entschied sich für Lachs, Philipp für Thunfisch. "Wie gefällt dir denn deine neue Stelle?", fragte Philipp. "Ganz gut, aber eigentlich kann ich das noch gar nicht sagen, denn für mich ist ja alles noch ganz neu. Und wie ist gefällt es dir?" "Ich bin schon ein paar Monate da. Und die Klinik ist wirklich auf dem neusten Stand, was Schönheitschirurgie angeht." "Interessierst du dich denn dafür?" Das war aus Vanessas Sicht die falsche Frage, denn Philipp brauchte bis zum Dessert für die Antwort.
Nach dem Dessert kommt der eigentliche Nachtisch
Vanessa versuchte sich das Kribbeln in ihrem Bauch bei dem Willkommenskuss von Philipp immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, um nicht gelangweilt zu gähnen. Und sie dachte über Möglichkeiten nach, wie Frauen Männer in bestimmten Situationen schneller zum Ende bringen könnten. "Das wäre ein Bestseller, wenn es so was gäbe! Die arme Sybille!" Vanessa empfand in diesem Moment ein tiefes Verständnis für die Handlung ihrer Freundin. Auf einmal hört Philipp auf zu reden und sah auf die Uhr und dann zu Vanessa: "Weißt du eigentlich, dass ich dich vom ersten Moment an wahnsinnig sexy fand." Dieses Thema war viel mehr nach Vanessas Geschmack. Er beugte sich zu ihr rüber und küsste sie. In ihrem Bauch zündeten etliche Raketen in verschiedenen Farben. "Zu mir oder zu dir?" Sie lächelte. Fortsetzung folgt
Vanessa hatte eine Einladung zum Essen bekommen. Und Sie konnte gar nicht fassen von wem: Philipp Lorenz! Der gut aussehende Typ, der ihr an ihrem ersten Arbeitstag über den Weg gelaufen ist, hatte sie doch tatsächlich gefragt, ob sie am Valentinstag schon etwas vorhätte. Und sie hatte tatsächlich schon überlegt, ob sie sich in einer zahlreichen Singlebörsen anmelden sollte. Das bleibt ihr jetzt hoffentlich bis auf weiteres erspart. Also ging sie heute trotz zwei Liposuktionen und einer Brustvergrößerung beschwingt nach Hause. Vor ihrer Wohnungstür saß ein maulender Butschi. Es war Yogakurszeit und Sybille hatte ihren Kater mal wieder draußen vergessen.
Zuerst der Kater, dann das Vergnügen
"Also los, Butschi komm rein! Aber denk ja nicht, dass du heute zweimal Abendbrot abstauben kannst und benimm dich, ich gehe heute aus." Vanessa öffnete die Haustür, Butschi lief in die Küche und sprang wie gewöhnlich auf den Tisch. Doch sein innerer Kater sagte ihm, dass das heute keine gute Platzwahl ist, schließlich wollte er diesen Februarabend nicht draußen verbringen. Also wechselte er auf die Küchenbank. Auf dem Tisch könnte er schließlich noch den ganzen Abend faulenzen, sobald Vanessa weg war. Vanessa hatte Butschis Verhalten bemerkt und hielt es für das Ergebnis ihrer Erziehung während des Urlaubes ihrer Freundin. "Ach lieber, süßer Butschi, du bist ja doch ein braver Kater!" Sie wuschelte ihm mit beiden Händen über den Kopf und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. Butschi wusste, wenn er jetzt stillhält, fängt er einen Fisch! "Hast du mehr Appetit auf Lachs in Gelee oder Thunfisch in Soße? Lachs in Gelee!", entschied Vanessa. Nach dreimal Umziehen und einem perfekten Augen-Make-up war Vanessa ausgehfertig. Sie entschied sich für eine eng sitzende Jeans und ein mint-grünes Oberteil mit verführerischem Rückenausschnitt.
Wenn Smalltalk Langtalk wird
Philipp hatte für sie beide einen Tisch in einem italienischen Restaurant reserviert, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt war - nicht nur für sein gutes Essen, sondern auch für seinen Panoramablick über die Häuser der Stadt. Er empfing sie an der Bar und drückte ihr eine rote Rose in die Hand und einen sanften Kuss auf den Mund. In Vanessas Bauch prickelte es wie nach einem Glas Asti Cinzano. Sie nahmen Platz. Der Kellner empfahl Lachs und Thunfisch. Vanessa entschied sich für Lachs, Philipp für Thunfisch. "Wie gefällt dir denn deine neue Stelle?", fragte Philipp. "Ganz gut, aber eigentlich kann ich das noch gar nicht sagen, denn für mich ist ja alles noch ganz neu. Und wie ist gefällt es dir?" "Ich bin schon ein paar Monate da. Und die Klinik ist wirklich auf dem neusten Stand, was Schönheitschirurgie angeht." "Interessierst du dich denn dafür?" Das war aus Vanessas Sicht die falsche Frage, denn Philipp brauchte bis zum Dessert für die Antwort.
Nach dem Dessert kommt der eigentliche Nachtisch
Vanessa versuchte sich das Kribbeln in ihrem Bauch bei dem Willkommenskuss von Philipp immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, um nicht gelangweilt zu gähnen. Und sie dachte über Möglichkeiten nach, wie Frauen Männer in bestimmten Situationen schneller zum Ende bringen könnten. "Das wäre ein Bestseller, wenn es so was gäbe! Die arme Sybille!" Vanessa empfand in diesem Moment ein tiefes Verständnis für die Handlung ihrer Freundin. Auf einmal hört Philipp auf zu reden und sah auf die Uhr und dann zu Vanessa: "Weißt du eigentlich, dass ich dich vom ersten Moment an wahnsinnig sexy fand." Dieses Thema war viel mehr nach Vanessas Geschmack. Er beugte sich zu ihr rüber und küsste sie. In ihrem Bauch zündeten etliche Raketen in verschiedenen Farben. "Zu mir oder zu dir?" Sie lächelte. Fortsetzung folgt
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